Unfreiwilliges Experiment mit Erfolg

Was hat des Patrozinium von St. Michael mit dem „Tag der deutschen Einheit“ zu tun?

Nichts!

Außer, der Einheits-Feiertag ermöglicht einen „Urlaubs-Brückentag“ nach dem Patroziniums-Sonntag: Dann fehlen dem Chor und dem Orchester sehr viele Leute für den Patroziniums-Gottesdienst.

Dies traf in diesem Jahr leider zu. Denn der Patroziniums-Gottesdienst wurde auf Sonntag, den 1. Oktober gelegt und nicht, wie gewohnt, auf den letzten Sonntag im September. Nichts ahnend planten daher viele Aktive von Chor und Orchester für dieses verlängerte Oktoberwochenende freie Tage, wie so viele andere auch.

Wie groß die „Lücke“ tatsächlich war, wurde aber erst Mitte September bei der ersten Chorprobe nach den Ferien klar. Fast der halbe Chor fehlte, sowie 3 von 4 gesetzten Solisten und die gesamte „Bassriege“ beim Orchester mussten terminlich bedingt absagen.

Doch unser Chordirektor Heinrich Liebherr ist ein Optimist.

Das Solistenquartett wurde mit „Freiwilligen“ aus dem Chor komplettiert und Liebherr verpflichtete kurzerhand Bass-Musiker vom Bodensee. Dann erwischte ihn noch eine Magen-Darm-Grippe, wodurch er eine von nur vier kostbaren Proben absagen musste. Doch anstatt zu verzweifeln ermunterte er sogar noch den „Rest-Chor“ mit seinem trockenen Humor. Es sei nun halt das erste mal, dass nicht der große St. Michael-Chor, sondern erstmals der „Kammerchor St. Michael“ eine Messe aufführe, witzelte er.

So stand nun am Patroziniums-Sonntag eine wackere Schar von nur 16 Sängerinnen und 5 Sängern auf der Empore von St. Michael und erwartete gespannt die erste und einzige Gesamtprobe mit dem Orchester. Denn eine Hauptprobe, wie gewohnt, konnte nicht abgehalten werden, weil den weit angereisten Musiker aus dem Bodenseeraum keine zweite Anfahrt zugemutet werden konnte.

Und siehe da: Das mutige Experiment wurde ein Erfolg. Denn dem kleinen Chor gelang eine klasse Aufführung der Missa brevis in D (KV 194) von Mozart. Als das letze „Pacem“ der Messe verklungen war, wurden spontan Hände geschüttelt und Schultern geklopft. So eine gelungene Herausforderung freut uns Sänger natürlich auch sehr – und stärkt das Selbstvertrauen und den Teamgeist. Unser Chorleiter strahlte über das ganze Gesicht und auch die Bassisten vom Bodensee fuhren zufrieden wieder heim.

„Geht doch, oder?“ Ja, aber trotzdem könnten wir noch ein paar „Mutige“ in unseren Reihen als Sängerinnen und Sänger gebrauchen… für alle Fälle und für weitere Experimente  😉

Hier die Live-Aufzeichnung der Messe:
Kyrie
Gloria
Credo
Sanctus-Benedictus
Agnus Dei

 

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